Ein missglückter Versuch, ein heruntergefallenes Smartphone zurückzuholen, hat am Mittwochnachmittag an der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz einen Großeinsatz von Bergwacht und Rettungsdienst ausgelöst. Gegen 14:45 Uhr wurde die Bergwacht Pirna durch die Integrierte Regionalleitstelle zu einem schweren Absturz im Bereich der Basteibrücke alarmiert.
Ein 39-jähriger Mann war gemeinsam mit drei Begleitern unterwegs, als im Bereich des Brückenanfangs in Höhe des Jahrhundertturms ein Mobiltelefon über die Brüstung fiel. Was folgte, entwickelte sich zu einer riskanten Aktion: Der Mann begab sich auf eine gefährliche Mission, kletterte über die Absperrung der Basteibrücke und versuchte, über steile Felsvorsprünge sowie nasses, grasbewachsenes Gelände zu seinem Handy zu gelangen. Dabei verlor er den Halt und stürzte rund 15 Meter in die Tiefe. Im Waldbereich der sogenannten „Mardertelle“ (Scharte vom Rudolf-Holtz-Turm). kam er schwer verletzt zum Liegen. Trotz der Schwere seiner Verletzungen war der 39-Jährige ansprechbar. Begleiter und weitere Anwesende setzten umgehend den Notruf ab.
Neben vier Einsatzkräften der Bergwacht Pirna wurde auch der DRK-Rettungsdienst Bad Schandau alarmiert, der mit drei Kräften noch vor der Bergwacht eintraf. Zwei Polizeibeamte des Reviers Sebnitz unterstützten die Einsatzmaßnahmen zusätzlich vor Ort. Der Zustieg zur Unfallstelle erfolgte von unten aus dem Wehlgrund über die Felsenbühne Rathen und weiter über den Steig der „Mardertelle“. Vor Ort begann der Rettungsdienst sofort mit der medizinischen Erstversorgung. Aufgrund der Verletzungsschwere – es lag ein Polytrauma vor – wurde ein Transport auf dem Landweg geprüft, jedoch zugunsten einer schnelleren Versorgung per Hubschrauber verworfen. Der Rettungshubschrauber „Christoph 62“ aus Bautzen nahm am Prossener Hafen in Bad Schandau einen Luftretter der Bergwacht Bad Schandau auf. Notarzt und Luftretter wurden per Winde an der Einsatzstelle abgesetzt. Nachdem der Patient weiter stabilisiert worden war, erfolgte die Rettung per Seilwinde. Die Bedingungen über der Einsatzstelle waren anspruchsvoll: Baumkronen ragten in den Arbeitsbereich hinein, sodass der Hubschrauber äußerst präzise positioniert werden musste. Pilot und Windenoperator arbeiteten eng zusammen, während der Notarzt den Patienten beim Aufwinchen begleitete und zwischen Ästen und Zweigen sicherte. Die aufwändige Luftrettung nach dem 15-Meter-Sturz konnte schließlich sicher abgeschlossen werden. Der 39-Jährige wurde anschließend direkt in ein Dresdner Krankenhaus geflogen.
